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Stricken im Konzert - darf man das?

  • Autorenbild: Kirstin Dell
    Kirstin Dell
  • 23. Sept. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Im Herbst 2024 hatte ich mit unserem Musikensemble „Stracciatella“ ein Konzert im Lichtenberger Schloss.

Ein wunderschöner Saal mit einer tollen Atmosphäre.


Nach der „Ouvertüre“ von Thomas mit dem Klavierstück von Mendelssohn „Lied ohne Worte“ kam ich auf die Bühne und begrüßte, wie gewohnt, das Publikum.


Nicht gewohnt war ich, in der ersten Reihe eine Frau zu entdecken, die strickte.


Naja, es war Herbst und da braucht man schon mal was kuschelig Gestricktes. So sprach ich sie darauf an und sie bestätigte meine Annahme.


In der Pause redete ich mit der Dame und fragte sie, was sie denn strickte?


Sie erzählte mir, dass sie einen Schal strickte, aber nicht für sich, sondern für ein Mädchen, das ihr auf ihrem Hof helfe.


Eigentlich seien es sogar zwei Mädchen, Geschwister, die ihr hilfen.


Beide Mädchen hatten zur gleichen Zeit mit Stricken angefangen, wobei die eine jedoch nicht so schnell war wie die andere.


Damit die "etwas langsame" Strickerin nicht zu sehr hinterher hinge, hatte die Frau aus dem Publikum dem Mädchen angeboten, etwas „nachzuhelfen“.


Man könnte meinen, dass Stricken eigentlich nicht in ein Konzert gehört, aber nachdem ich diese nette Geschichte gehört hatte, fand ich es überhaupt nicht mehr so unpassend. Vielleicht etwas ungewöhnlich, aber auf jeden Fall mit guter Motivation.


Und im Übrigen hat die Frau dann des Öfteren einfach ihr Strickzeug beiseite gelegt, wenn wir gesungen haben. Ich denke, das waren dann die Momente, wo wir sie wirklich durch die Musik und den Gesang erreicht haben und auf die kommt es schließlich an.

 
 
 

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